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Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Freiberufler zahlen im Gegensatz zu Gewerbetreibenden keine Gewerbesteuer, können ihre Gewinne mittels Einnahmenüberschussrechnung ermitteln, müssen keine doppelte Buchführung erstellen und sind nicht Zwangsmitglied einer IHK.

Ein Freiberufler hat auf der Grundlage besonderer fachlicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art zum Inhalt. Darunter fallen:

Supersportwagen als Betriebsausgabe

Der Geschäftsführer (GF) einer im Automobilsektor tätigen GmbH wollte zusätzlich zu einem Porsche Cayenne, einem Porsche 911 und einem Mercedes E-Klasse einen weiteren Porsche mit einem Listenpreis von € 400.000 betrieblich ansetzen. Vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg bekam er Recht.

Vollständig aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff hergestellt war ein Supersportwagen, den ein GF als Betriebsausgaben absetzen wollte. Die Leasingsonderzahlung betrug brutto € 80.000, die in 3 Jahren fälligen Leasingraten beliefen sich auf € 207.000. Im Anschluss erwarb er das Fahrzeug für € 205.000 und konnte es für € 363.000 verkaufen. Nach dem offenbar ordnungsgemäßen Fahrtenbuch wurden während der maßgeblichen Nutzungsdauer zwar nur zwischen 18% und 38% als Betriebsausgaben geltend gemacht. Auch das missfiel jedoch dem Betriebsprüfer. Er verweigerte den Kostenansatz, weil es sich um ein zum Renneinsatz geeignetes Sondermodell handelt, welches die Kosten der Lebensführung berührt und diese darüber hinaus nach allgemeiner Verkehrsauffassung als unangemessen anzusehen sind.

 

Kunde zahlt aufs Privatkonto

Wie gefährlich es sein kann, Kundenzahlungen auf dem Privatkonto gutschreiben zu lassen, zeigt ein kürzlich vom obersten deutschen Steuergericht entschiedener Fall.

Eine GmbH stellte einem spanischen Kunden mehrere Rechnungen. Die Zahlungen erfolgten jedoch nicht auf das in den Rechnungen angegebene Bankkonto der GmbH, sondern auf das gemeinsame Konto des alleinigen Gesellschafter-Geschäftsführers und seiner Ehefrau. Zwar wurden bereits am Tag nach dem ersten Zahlungseingang 14 Überweisungen vom Privatkonto an Gläubiger der GmbH geleistet. Aber das hielt die Finanzbehörde nicht davon ab, die gesamten Zahlungseingänge als verdeckte Gewinnausschüttungen (vGA) zu behandeln und beim Gesellschafter der Versteuerung zu unterwerfen.

 

Bye bye Bankgeheimnis

Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, die Cayman Inseln, Österreich, Deutschland und weitere 55 Staaten haben im Dezember 2015 eine Vereinbarung zum automatischen Austausch von Finanzkonten beschlossen.

Bereits ab 2016 wird der Zugriff der Steuerbehörden auf sensible Finanzdaten von Unternehmen und Privatpersonen ermöglicht und sogar automatisiert. Bisher waren Anfragen bei ausländischen Steuerbehörden umständlich und langwierig. Oft verliefen sie auch im Sande, weil sich viele Länder auf das Bankgeheimnis beriefen und keine Auskünfte erteilten. Ab sofort sind die Vertragspartner dazu verpflichtet, Informationen über Finanzkonten von Personen, die im Ausland ansässig sind, an die jeweiligen Ansässigkeitstaaten weiterzugeben. Im Einzelnen sind das:

Steuerfalle bei Verkauf von Immobilien

Wird eine private Immobilie innerhalb von 10 Jahren verkauft, unterliegt ein Gewinn der Einkommensteuer. Das gilt nicht, wenn das Objekt zwischen Anschaffung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken diente. Andere Regelungen gelten, falls ein gewerblicher Grundstückshandel vorliegt.

Als Indiz für das Vorliegen eines gewerblichen Grundstückshandels gilt die Überschreitung der Drei-Objekt-Grenze. Danach ist die Veräußerung von mehr als drei Objekten innerhalb eines Fünfjahreszeitraums grundsätzlich gewerblich und damit zu versteuern. Werden mehr als drei Objekte in der fraglichen Zeit veräußert, führt das in der Regel zur Gewerblichkeit aller Verkäufe, das heißt auch der ersten drei Objekte.

 

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